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Die Brutpflege der Buntbarsche
Alle Buntbarsche betreiben eine intensive Brutpflege. Hierbei haben sich bei den einzelnen Arten im Laufe der Evolution die unterschiedlichsten Formen ausgeprägt. Fast allen Arten gemeinsam ist, dass sie ihre Eier auf einem mehr oder weniger festem Substrat abgeben. Dies kann je nach Art ein Stein, eine Höhlendecke oder -wand, ein Schneckengehäuse, ein Stück Holz, eine Sandgrube, das Blatt einer Pflanze oder auch die Aquarienscheibe sein. Nur wenige Arten sind Freilaicher: Zu ihnen zählen die Heringscichliden (Gattung Cyprichromis) aus dem Tanganjikasee. Auch die Angehörigen der Gattung Tropheus, die ebenfalls im Tanganjikasee beheimatet sind, geben die Eier ins freie Wasser ab.
Man unterscheidet bei den Buntbarschen zwischen Offenbrütern und Versteckbrütern, zu denen man auch die Maulbrüter zählt. Diese kann man weiter in ovophile und larvophile Maulbrüter unterteilen. Ovophile Maulbrüter nehmen die Eier sofort nach der Ablage ins Maul auf, während larvophile Maulbrüter die Eier zunächst an ein Substrat anheften und später die geschlüpften Jungfische ins Maul nehmen.
Die Gelege der Offenbrüter sind durch ihre leichtere Zugänglichkeit einer größeren Gefahr durch Fressfeinde ausgesetzt als die der Versteckbrüter. Daher produzieren Offenbrüter in der Regel eine weitaus größere Anzahl von Eiern als Versteckbrüter. Die einzelnen Eier und auch die geschlüpften Jungfische sind entsprechend kleiner. Äußere Geschlechtsunterschiede sind bei Offenbrütern meistens nicht sehr deutlich ausgeprägt, aber durchaus vorhanden. Die Eier von Höhlenbrütern und Maulbrütern sind meistens dotterreicher und benötigen mehr Zeit für ihre Entwicklung. Ihre Anzahl ist gering. Zwischen den Geschlechtern sind meistens deutliche Unterschiede in Größe, Gestalt und Färbung vorhanden. In der Regel sind hier die Männchen größer und prächtiger gefärbt.
Auch was die Rollenverteilung der Geschlechter bei der Brutpflege angeht, treten bei den Buntbarschen unterschiedliche Formen auf:
Elternfamilie: Beide Elternteile kümmern sich um Eier und Larven und führen die Jungfische gemeinsam. Hierbei kann es durchaus zu einer Aufgabenteilung kommen. So übernimmt der Vater meistens die Verteidigung des Revieres oder des weiteren Umkreises der Jungfische, während sich die Mutter meistens direkt bei den Jungen aufhält. Diese Form der Brutpflege findet sich sowohl bei Offenbrütern als auch bei Versteckbrütern. Eine Sonderform der Elternfamilie ist die Vater-Mutter-Familie. Hier kümmert sich der Vater nicht direkt um die Eier und Larven, sondern übernimmt während dieser Zeit ausschließlich die Verteidigung des Reviers. Wenn die Jungen frei schwimmen, beteiligt sich auch das Männchen an der direkten Brutpflege.
Mann-Mutter-Familie: Dies ist die Brutpflegeform vieler südamerikanischer Zwergbuntbarsch-Arten: Das Männchen verteidigt ein relativ großes Revier, das kleinere Brutreviere mehrerer Weibchen überlappt. Das Männchen verteidigt mit seinem Revier sämtliche Reviere der Weibchen und ermöglicht ihnen so, die Jungen sicher aufzuziehen. Der Vater selbst beteiligt sich aber nicht direkt an der Brutpflege.
Mutterfamilie: Diese Form ist typisch für viele Arten der Maulbrüter. Zwischen den Elternteilen herrscht keine Bindung und auch keine Überlappung der Reviere. Die Männchen sind polygyn und laichen mit verschiedenen Weibchen ab, die sich anschließend allein um den Nachwuchs kümmern.
Vaterfamilie: Die Vaterfamilie, bei dem sich ausschließlich der Vater um den Nachwuchs kümmert, ist bei Buntbarschen die große Ausnahme und kommt nur bei einer Art, dem Maulbrüter Sarotherodon melanotheron vor.
Hier haben wir Literatur über Buntbarsche zusammengestellt.
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